Petition der SVP Lengnau wird abgeschrieben

Die SVP Lengnau reichte eine Petition zur Gestaltung der Strassenkreuzung Moosstrasse / Industriestrasse / Emil Schiblistrasse ein. Der Gemeinderat prüfte die Eingabe und stellte fest, die Vorschläge der SVP könnten nicht zweckmässig umgesetzt werden. Die Petition reagiere nicht auf den zu erwartenden Mehrverkehr aus der Industriezone. Der Gemeinderat beauftragte die Kommission für Gemeindepolizei und öffentliche Sicherheit andere Varianten zu prüfen. Die Petition der SVP Lengnau wurde abgeschrieben.

Die SVP Lengnau reichte eine Petition zur Gestaltung der Strassenkreuzung Moosstrasse / Industriestrasse / Emil Schiblistrasse ein.

Die Petition verlangt,

  • die Variante Sperrung der Kreuzung sei abzulehnen und das Projekt sei sofort zu beenden
  • es seien Alternativen "Kreisverkehr" und "Fussgängerstreifen" zu prüfen, um die Verkehrssicherheit zu verbessern und um erhebliche Nachteile für den motorisierten Individualverkehr, die Quartiere und das einheimische Gewerbe zu vermeiden.

Dem Gemeinderat ist der Schutz gegen Lärm und Verkehr der Bevölkerung wichtig. Er schreibt sich auf seine Fahne, er wolle eine visionäre und innovative Dorfgestaltung fördern, um die Lebensqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner im Dorf zu steigern. Dabei setzt er auf den Ausbau des Langsamverkehrs im Dorf. Gemäss Bund umfasst der Langsamverkehr alle Fortbewegungsarten mittels eigener Muskelkraft. Die schweizerische Verkehrspolitik verfolgt das Ziel, die heutigen und künftigen Mobilitätsbedürfnisse möglichst effizient und umweltgerecht zu bewältigen. Die Erhöhung des Langsamverkehrsanteils kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Der Langsamverkehr (Fuss- und Veloverkehr, usw.) weist ein erhebliches, derzeit noch ungenutztes Potenzial zur Verbesserung des Verkehrssystems, zur Entlastung der Umwelt (Luft, Lärm, CO2) und zur Förderung der Gesundheit auf.

Zudem soll die Schulwegsicherheit auf der besagten Kreuzung verbessert werden.

Die Variantenvorschläge der Petitionäre reagieren aus Sicht des Gemeinderates nicht zweckmässig auf die zukünftigen Herausforderungen im Verkehrsbereich zwischen Industrie- und Wohngebiet. Zudem wäre die vorgeschlagene Kreisellösung äusserst teuer. Die Vorschläge der Petitionäre bieten aus Sicht des Gemeinderates keine wesentliche Verbesserung der Verkehrssicherheit. Im Gegenteil, auf den zu erwartenden Mehrverkehr aus der Industrie nehmen die vorgelegten Vorschläge keinen Bezug und ziehen den Verkehr eher an. Der Gemeinderat verfolgt nach wie vor das Ziel, rechtzeitig angemessene Massnahmen umzusetzen.

Der Gemeinderat beauftragte deshalb die Kommission für Gemeindepolizei und öffentliche Sicherheit, das Projekt und die Möglichkeiten rund um die Kreuzung zu prüfen. Die Kommission erachtet die beiden Vorschläge der Petitionäre als nicht realisierbar. Sie schlägt vor, die Emil Schiblistrasse in eine 20er Zone umzugestalten und erhofft sich damit, dass das Befahren der Emil Schiblistrasse so durch den motorisierten Verkehr nicht mehr interessant ist. Die Sperrung der Emil Schiblistrasse oder der Quartiere für Lastkraftwagen wird auch abgelehnt, da z.B. Oellieferungen, Transportbedürfnisse der Bevölkerung, insbesondere der Bauwirtschaft, zu fest eingeschränkt würden.

Die Vorstellung im Bereich der Emil Schiblistrasse eine 20er Zone zu gestalten inkl. evtl. andere Strassen des Quartiers, erachtet der Gemeinderat als überprüfenswert. Die Frage stellt sich, ob der ordentliche Busbetrieb mit einer flächendeckenden 20er Zone inkl. der Anschlüsse an den Bahnhof Grenchen Süd gewährleistet werden kann. Zudem ist zu klären, welche baulichen Massnahmen bei einer 20er Zone von Nöten sind. Es gilt jedoch zu bedenken, dass mit der Einführung der 20er Zone nur ein erster Schritt gemacht wird, welcher weitere 20er Zonen nach sich ziehen würde. Der Gemeinderat will unbedingt vermeiden, dass mit Verkehrsmassnahmen in den Quartieren der Schleichverkehr gefördert wird. Er verfolgt das Ziel, dass sich der motorisierte Individualverkehr in Lengnau vornehmlich auf den Staatsstrassen bewegt und so die Schulwegsicherheit erhöht werden kann. Der zu erwartende Mehrverkehr aus dem Industriegebiet aufgrund der erfolgreichen Industrieansiedlungen will der Gemeinderat beschränken. Dies auch, weil der motorisierte Individualverkehr in den Quartieren auch der Aufwertung der Quartiere entgegensteht.  

Weiter erachtet es der Gemeinderat als wichtig, den Verkehr allgemein zu entflechten und die Strassen analog dem Standard Kleinfeldstrasse auszubauen und wie erwähnt, dem Langsamverkehr mehr Gewicht zu verschaffen. Heute nehmen die Autos sehr viel Platz im öffentlichen Raum ein. Eine Stärkung des Langsamverkehrs würde die Gleichwertigkeit und somit eine Ausgewogenheit des Verkehrs verbessern. Der Gemeinderat will, dass alle Verkehrsteilnehmenden (Kinder, Fussgänger, Fahrradfahrer, etc.) auf der Strasse genügend Raum haben und sich sicher bewegen können.

Er beauftragte deshalb die Kommission für Gemeindepolizei und öffentliche Sicherheit ein Langsamverkehrskonzept Lengnau auszuarbeiten.

Der Gemeinderat schrieb die Petition der SVP Lengnau, weil kaum realisierbar und zu teuer, ab. Die Kommission für Gemeindepolizei und öffentliche Sicherheit wird u.a. beauftragt,   

  • die Einführung einer 20er Zone im Bereich Emil Schiblistrasse und Kleinfeldquartier näher zu prüfen
  • sicherzustellen, dass die Busanschlüsse an die SBB in Grenchen weiterhin gewährleistet werden
  • im Bereich Moosstrasse ein Trottoir oder eine zusätzliche Trottoirüberfahrt vorzusehen
  • die Kostenfolgen anzuzeigen.