Alte Turnhallen im Campus Dorf sollen umgebaut und saniert werden

Der Schulraumbedarf in Lengnau steigt wegen des Bevölkerungswachstums stetig. Der Gemeinderat sieht vor, die alten Turnhallen neu zu nutzen und Klassenzimmer zu gestalten. Die Kosten belaufen sich auf Fr. 6.36 Mio.

Die Einwohnergemeinde Lengnau weist in den letzten Jahren eine grosse Bevölkerungszunahme aus. Damit einher gehen stetig wachsende Schülerzahlen.

Auf das Schuljahr 2019/2020 besuchen 600 Kinder verteilt auf 31 Klassen die Schule Lengnau. Dies entspricht einem Wachstum von 150 Schülerinnen und Schülern in den letzten vier Jahren. Der Zuwachs von 150 Schülerinnen und Schülern macht, bei durchschnittlich 25 Kindern pro Klasse, eine kleine Schule mit sechs Klassen aus. Lengnau ist in den letzten vier Jahren somit um eine "ganze Schule" grösser geworden.

Im Sekundarschulhaus wie auch im Mittelstufenschulhaus Campus Dorf wird derzeit jedes Zimmer als Klassenzimmer belegt, was bedeutet, dass es keine zusätzlichen Räume für abteilungsweisen Unterricht zur Verfügung stehen. Im Unterstufenschulhaus Campus Dorf kann nur ein Raum für abteilungsweisen Unterricht bereitgestellt werden.

Aufgrund des enormen Wachstums und um in Lengnau nicht übergrosse Klassen führen zu müssen, wurden in den letzten vier Jahren pro Schuljahr eine bis zwei neue Klassen eröffnet. Diese konnten in den bestehenden Räumlichkeiten untergebracht werden.

In Zukunft werden die Klassen über alle Jahrgänge nicht mehr nur zweifach, sondern dreifach geführt werden. Um die Schülerinnen und Schülern in der Schule unterzubringen, den Bedürfnissen der Schule in Zukunft gerecht zu werden und jeglichen auf die Schülerinnen und Schüler zugeschnittenen Ausbildungsformen zu entsprechen, ist die Gestaltung von zusätzlichem neuem Schulraum dringend notwendig. Dies auch, weil der Gemeinderat von teuren Provisorien in Containern und somit wenig nachhaltigen Lösungen generell absehen will.

Der Gemeinderat sieht nun vor, die alten Turnhallen umzubauen, zu sanieren und weiteren Schulraum zu schaffen.

Mit der Umnutzung der alten Sporthallen lassen sich bezüglich Raumbedarf im Zuge des Campus-Gedankens willkommene Synergien erzielen. Das vorliegende Projekt lässt die Lengnauer Leitidee "zentrumsnah mit kurzen Wegen, effizient und umweltfreundlich" auch ihrem Programm als Energiestadt aufscheinen und ist ein weiterer Meilenstein der Schulraumplanung des Gemeinderates.

Bereits im Jahr 2016 informierte der Gemeinderat, die alten Turnhallen würden zu Klassen- und Spezialräumen umgenutzt. Der Gemeinderat hält mit dem vorgelegten Projekt an seiner langfristig ausgelegten Strategie fest. So sind alle Schulräumlichkeiten im Campus Dorf nahe beieinander und bieten eine optimale Bewegungsfreiheit für die Nutzerinnen und Nutzer. 

Insgesamt entstehen sechs zusätzliche Unterrichtszimmer im Erd- und Obergeschoss. Im Untergeschoss entstehen zwei Werkräume und ein Maschinenraum mit Galerien. Vier flexibel nutzbare Gruppenräume ergänzen das Raumprogramm. Die Untergeschosse werden über die bestehenden Treppenanlagen erschlossen, die zwei Obergeschosse über eine neue einläufige Treppe.

Das bestehende erhaltenswerte Gebäude bleibt von aussen weitgehend unverändert. Die Baustruktur wird wo nötig an den Fassaden saniert. Vorgeschlagen wird ein Projekt "Haus im Haus". Aus denkmalpflegerischer Sicht eine anzustrebende Lösung. In die alten Turnhallen werden zurückversetzt zur Aussenfassade Zwischenwände aus Glas und Holz sowie Deckenkonstruktionen in Holzbauweise erstellt. Der Isolationsperimeter wird neu definiert, die bestehenden Fassaden mit den zeittypischen, vorgesetzten Betonrahmen bleiben somit erhalten. Tageslicht in den Untergeschossen wird ostseitig über einen "Bärengraben" (Lichtschacht) gewährleistet. Auf diese Weise kann der notwendige Schulraumbedarf erweitert werden.

Das Gesamtbild des Campus Schulhaus Dorf bleibt somit erhalten.